28. Jan. 2011:
1. Heimatabend
08. Apr. 2011:
2. Heimatabend
23. Sep. 2010:
3. Heimatabend
18. Nov. 2011:
4. Heimatabend
Museum:
Unser
Heimatmuseum in der Remser Straße 12 wird an folgenden Terminen
jeweils zwischen 14:00 Uhr und 17:00 Uhr geöffnet sein:
26. Feb. 2011
04. Jun. 2011
22. Okt. 2011
03. Dez. 2011
Lernen Sie bei
uns die Geschichte und Tradition der Gemeinde Oeffingen kennen
Gruselige Nacht in vertrauter Umgebung
50 Neugierige begegnen bei der ersten Geisterführung des Turnvereins in
Zusammenarbeit mit dem Heimatverein unheimlichen Werwölfen, dem Gevatter Tod und
anderen finsteren Gestalten.

Dunkelheit umfängt die Wanderer, sobald sie den Schulhof verlassen. Der halb
durch Wolken verdeckte Mond nähert sich der Fülle. 50 Neugierige hat der Wachter
mit der Laterne um sich geschart, um sie durch die Welt der Geister zu führen.
Jeder hat eine Knolle Knoblauch und ein weißes Tuch bekommen. Außerhalb des
Ortes lauern unheimliche Gestalten, wie die Männer in alter Tracht auf dem
Aldinger Feld, von denen der Wachter erzählt hat, dass ihre Füße den Boden nicht
berührt haben.
,,Wenn ich Alarm rufe, müsst Ihr schnell das weiße Tuch auf den Boden
legen und mit beiden Beinen draufstehen, dann seid ihr geschützt", das hat der
Wächter zu Beginn der ersten Geisterführung durch Oeffingen gesagt.
Der Spaziergang ist der Höhepunkt des Historischen Dorffests vom Samstag (wir
haben berichtet). Die Gruppe bleibt in der schmalen Gasse eng beieinander. ,,Silentio“,
ruft Andreas Pfeiffer vom Heimatverein Oeffingen, der in der Rolle des
nächtlichen Führers aufgeht. Geheul dringt aus der Ferne, wird immer lauter. Die
Schauder, die den Teilnehmern über den Rücken jagen, sind nicht der Kühle
geschuldet. ,,Alarm", schreit der Wächter. Weiße Tücher fliegen auf den Boden,
dann kommt der erste Angriff. Eine Horde Werwölfe fällt über die Nachtwandler
her. Der Tumult ist kurz. Mit Knoblauch werden die Wolfsmenschen verjagt.

Doch an der nächsten Ecke steht Gevatter Tod mit der Sense in der Hand.
Oeffingen hat eigene Gespenster, so wird behauptet. In der alten Vogtei,
vor der die Gruppe Halt macht, soll Gepolter aus dem Treppenhaus dringen. Einige
wollen einen Pfarrer mit Weihwassersprengel gesehen haben. ,,Man sagt, es soll
der Geist eines Vogts aus Augsburg gewesen sein“, sagt der Wächter.
Die Krähengasse verdankt ihren Namen der Pest. Aus dem Nichts tauchen zwei
humpelnde Gestalten am Stock auf, Hände, Beine und Gesichter bandagiert. Sie
werden von Boten des Todes verfolgt. Nachdem alle Bewohner in der Gasse
gestorben waren, die Häuser und Höfe brach lagen, spross das Grün. Der Wächter
warnt vor Geistern. Aus der greane Gass ist die Krähengass geworden", sagt der
Wächter. Im alten Klosterkeller wabern Nebelschwaden. Die Geisterjäger hören
gregorianische Gesänge, stoßen auf Mönche im Kerzenlicht und bekommen eine
Stärkung in Form eines blutroten Getränks.

Der Weg zum Türmle hinter dem Schlössle, dem ehemaligen Gefängnis, führt durch
verwinkelte Gässchen, vorbei an Gärten und dunklen Gesellen. Die Spaziergänger
werden Zeugen einer Gerichtsverhandlung. Anno 1820 wird Michel Strehle
beschuldigt seine Eltern vergiftet zu haben. ,,Unschuldig“, schreit er, doch der
Richter kennt keine Gnade. Der Bursche wird gerädert. Was das bedeutet, wissen
alle, der Wächter hat es ihnen verraten: Sämtliche Knochen werden gebrochen, die
Gliedmaßen mit den Speichen eines Rades verflochten, das durch den Ort gezogen
wird. Amalie Schmid soll eine Kräuterhexe sein. ,,Keine Kinder hat sie
versprochen, jetzt hab ich fünf", schreit eine Frau. Amalie muss eine Woche im
Turm verbringen und Oeffingen für immer verlassen. Die Wanderer müssen weiter
zum alten Friedhof. Von ferne hören sie wieder die Werwölfe heulen. ,,Alarm",
schreit der Wachter. Doch diesmal gelingt es den Ungeheuern, einen aus der
Gruppe zu schnappen..„Ein bisschen Schwund gibt’s immer", sagt der Wachter und
wünscht den Übrigen einen guten Heimweg. ,,Aber seid vorsichtig, ihr wisst, was
passieren kann.“